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Bestandskonten

Bestandskonten werden in der Buchhaltung verwendet, um den aktuellen Bestand eines bestimmten Vermögens oder einer bestimmten Verbindlichkeit darzustellen.

Es werden grundsätzlich in der Buchführung eines Unternehmens zwischen zwei Arten von Konten unterschieden: Bestandskonten und Erfolgskonten. 

Die Erfolgskonten ermitteln den Erfolg eines Unternehmens, d.h. die Einnahmen (z.B. Umsatzerlöse) und Ausgaben (z.B. Aufwände für Materialien) eines Unternehmens und werden dann mit der Gewinn- und Verlustrechnung (Guv) abgeschlossen. 

Die Bestandskonten dagegen geben den Wert von Vermögen und Verbindlichkeit wieder. Dabei werden zwischen aktiven und passiven Bestandskonten unterschieden, die auch in der Bilanz klar getrennt sind. Die Aktiva-Posten sind auf der linken Seite der Bilanz aufgeführt, während die Passiva-Posten auf der rechten Seite zu finden sind. Die Aktiva stellt dabei die Mittelverwendung dar, während die Passivseite die Mittelherkunft eines Unternehmens beschreibt. Der Wert aller Aktivwerte muss zu jeder Zeit den Wert der Passivseite entsprechen. Dieser Wert wird auch Bilanzsumme bezeichnet. 

Im Gegensatz zu Erfolgskonten werden die Salden der Bestandskonten nach dem Jahresabschluss weitergeführt. Zum Beispiel hatte ein Unternehmer am 31.12.2018 50.000€ auf seinem Bankkonto. Am 01.01.2019 wird dementsprechend das Bankkonto wieder mit diesem Wert eröffnet. Erfolgskonten dagegen werden am Jahresende abgeschlossen und über die GuV ausgebucht, um den Gewinn bzw. Verlust des Unternehmens zu ermitteln. Nach dem Jahresabschluss startet der Saldo der Erfolgskonten wieder bei Null. 

 
Aktive Bestandskonten

Die Aktivseite zeigt auf welches Vermögen dem Unternehmen zur Verfügung steht. Im Handelsgesetzbuch (§ 266 Abs. 2 HGB) ist die Aktivseite in Anlagevermögen, Umlaufvermögen, Rechnungsabgrenzungsposten, aktiv latente Steuern und aktiver Unterschiedsbetrag aus Vermögensverrechnung gegliedert. Zu den wichtigsten Posten der Aktiva gehören das Anlagevermögen (z.B. Gebäude. Maschinen, Fuhrpark, Software, Lizenzen, etc.) und das Umlaufvermögen (z.B. Kasse, Bank, Rohstoffe, Forderungen gegenüber Kunden, etc.). Die Aktiva wird nach Grad der Bonität eingestuft, d.h. die Posten, die schwer liquidierbar sind, stehen oben. Somit steht das Anlagevermögen vor dem liquideren Umlaufvermögen. 

Der Anfangsbestand der aktiven Bestandskonten steht auf linken Seite der T-Konten. Somit werden Mehrungen auf der linken Seite und Minderungen auf der rechten Seite gebucht. 

  • Beispiel: In diesem Fall heben Sie 500€ von Ihrem Firmenkonto ab, da Sie Wechselgeld in der Kasse brauchen. Sowohl die Bank als auch die Kasse sind aktive Bestandskonten. Aktive Bestandskonten werden im Soll eröffnet (EB=Eröffnungsbuchungen), Mehrungen sind auf der Soll-Seite und Minderungen auf der Haben-Seite.

Kasse

Soll Haben

EB 50€

Bargeldabhebung für Kasse 500€

                                                        

Bank

Soll Haben
                                                         

EB 50.000€

Bargeldabhebung für Kasse 500€

Der Buchungssatz wurde also für diesen Geschäftsvorgang “Bargeldabhebung für Kasse” gebildet und lautet: Kasse an Bank 500€

Bei der Bank wurden 500€ abgehoben, somit handelt es sich um eine Minderung. Minderungen bei aktiven Bestandskonten werden im Haben gebucht. In die Kasse wurden dagegen 500€ eingezahlt, womit es sich um eine Mehrung handelt und im Soll gebucht wird. Somit finden wir in diesem Buchungssatz korrekterweise ein Konto und ein Gegenkonto, sowie eine Buchung im Soll und eine im Haben.

 
Passive Bestandskonten

Die Passivposten bilden das Kapital des Unternehmens ab und zeigt auf, wie das Vermögen finanziert wurde. Im Handelsgesetzbuch (§ 266 Abs. 3 HGB) ist die Passivseite in Eigenkapital, Rückstellungen, Verbindlichkeiten, Rechnungsabgrenzungsposten und passive latente Steuern gegliedert. Die wichtigsten Passivposten bestehen aus dem Eigenkapital (z.B. eingezahltes Kapital der Unternehmer) und Fremdkapital (z.B. Verbindlichkeiten und Rückstellungen).

Passive Bestandskonten werden im Haben eröffnet, Mehrungen werden auf der Haben-Seite gebucht und Minderungen auf der Soll-Seite.

Beispiel: Sie bezahlen einen Kredit bei der Bank ab. Wenn Sie den Kredit tilgen und 500€ bezahlen, handelt es sich um eine Minderung des Kredites, welche auf der Soll-Seite steht. Benötigen Sie jedoch mehr Geld von der Bank und erhöhen den Kredit um 2000€, steht die Mehrung im Haben. 

Verbindlichkeit gg. Bank

Soll Haben
Minderung (Kredittilgung 500€) 

EB 60.000€

Mehrung (Krediterhöhung  2.000€)

 


Wir hoffen, dass unser Buchhaltungslexikon Ihnen hilft die Buchhaltung Ihres Unternehmens besser zu verstehen. 

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